Schwimmunterricht in El Salado
In den vergangenen Monaten haben Jule und ich insgesamt dreimal mit den Kindern aus El Salado die Thermen des Dorfes besucht, um mit ihnen schwimmen zu gehen. Die Thermen liegen ein gutes Stück außerhalb des Dorfes, weshalb allein der Weg dorthin jedes Mal schon ein kleines Abenteuer war.
Bei unserem ersten Ausflug hatten wir großes Glück: Die Mutter von Arón bot an, uns mit ihrem Auto mitzunehmen. Dadurch kamen wir deutlich entspannter und schneller als erwartet bei den Thermen an. Bei den beiden folgenden Ausflügen mussten wir uns jedoch zu Fuß auf den Weg machen. Dabei hofften wir jedes Mal, dass uns der Bus auf der Strecke entgegenkommen würde. Wenn wir Glück hatten, konnten wir einsteigen und bis zur Abzweigung kurz vor den Thermen mitfahren. Dort nahm der Bus zwar eine andere Richtung, aber der verbleibende Weg war dann nicht mehr weit.
An den Thermen angekommen, begann zunächst die Organisation. Schwimmflügel und andere Hilfsmittel mussten verteilt werden. Da wir leider nicht genügend Ausrüstung für alle Kinder hatten, wechselten sie sich ab. Das funktionierte erstaunlich gut, denn alle wollten natürlich irgendwann ins Wasser.

Die Becken sind angenehm warm und bieten eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Berge. Während die kleineren Kinder oft noch erste Erfahrungen im Wasser sammelten, konnten einige der größeren Kinder bereits schwimmen. Sie unterstützten uns häufig bei der Aufsicht der Jüngeren. Tannia brachte beispielsweise ihre große Schwester Salome mit, die ihr während des Schwimmens half und gleichzeitig ein Auge auf die anderen Kinder hatte.

Das eigentliche Beibringen des Schwimmens stellte uns immer wieder vor Herausforderungen. Wenn man sich auf ein Kind konzentrierte, durfte man die anderen natürlich trotzdem nicht aus den Augen verlieren. Jule und ich haben uns die Betreuung jedoch jedes Mal gut aufgeteilt, sodass kein Kind in eine unbeaufsichtigte Situation geriet. Gemeinsam konnten wir den Kindern Sicherheit vermitteln und ihnen die ersten Schwimmbewegungen zeigen.
Nach drei bis vier Stunden voller Spiel, Spaß und Schwimmversuche waren am Ende alle ziemlich erschöpft. Trotzdem wollten die meisten Kinder oft noch gar nicht nach Hause. Für uns war jedoch klar, dass wir vor Sonnenuntergang wieder zurück im Dorf sein mussten. Auf 3.600 Metern Höhe wird es ohne die Sonne sehr schnell kalt. Also machten wir uns langsam auf den Rückweg und hofften dabei stets, dass uns ein Auto oder Lastwagen ein Stück der Strecke mitnehmen würde.
Die Schwimmausflüge waren für die Kinder ein echtes Highlight. Schon nach dem ersten Besuch wurden Jule und ich gefragt, wann wir denn das nächste Mal schwimmen gehen würden. Die Begeisterung der Kinder war so groß, dass aus einem Ausflug schließlich drei wurden – und jedes Mal hatten alle genauso viel Freude wie beim ersten Mal.
Autor: Théophile Frenzel





Kommentare