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UNSERE ZEIT IN EL SALADO


Wenn ich an Ecuador und vor allem an El Salado denke, dann geht mir mein Herz auf und wird mir zugleich ganz schwer! Der Abschied war plötzlich und unerwartet und es gab keine Zeit sich von den Lehrern und Lehrerinnen, den Eltern unseren Gastfamilien aber vor allen anderen den Kindern angemessen zu verabschieden. Lange mussten wir mit der Entscheidung ringen, tatsächlich nach Deutschland zu müssen. Doch in dem Brief, den wir unübersehbar in das Fenster der Hospedería gehängt haben, steht: „Wir kommen wieder“. Und das ist gewiss!


Als wir im September 2019 gerade angekommen waren, war alles noch unbekannt und neu. Wir wollten unbedingt diesen Freiwilligendienst machen, um ein komplett anderes Leben kennenzulernen und uns sozial zu engagieren und mit Kindern zu arbeiten. Wir kamen mit der Perspektive mit den Kindern viel Spaß zu haben, ihnen aber auch einiges beizubringen und sie zu unterstützen, sei es mit den Hausaufgaben, bei Englisch oder Deutsch oder auch bei persönlichen Problemen. Je mehr wir die Kinder kennenlernten, desto mehr wurden diese Perspektiven und Ziele zu gelebten Momenten, vielen gemeinsamen Erfolgen und Momenten des Zweifels.


Dabei muss ich an die vielen Versteckspiele am Ende der täglichen Projektzeit in der Hospedería denken, an die Stunden am Fluss und auf der Weide. Ich denke dabei auch an die Zeit, die wir alle gemeinsam beim Schwimmen verbracht haben oder die Male, an denen sich alle dazu aufraffen konnten zusammen oder alleine zu lesen und die Geschichte am Ende doch ganz spannend fanden.


Eine Erinnerung ist mir sehr im Gedächtnis geblieben. Für den internationalen Frauentag sollten wir ein Theaterstück mit der achten Klasse aufführen. Wir hatten nicht sehr viel Zeit, um uns viele Ideen gemeinsam zu überlegen und noch weniger, um zu proben, aber alle konnten in gewisser Weise etwas mit dem Thema anfangen. Sie durften für die Aufführung ihre liebsten Kleidungsstücke anziehen. Das war etwas sehr Besonderes, da sie sonst immer eine Schuluniform tragen. Es war schön anzusehen, dass fast alle ihre liebsten Kleidungsstücke mitbrachten und stolz den anderen zeigten. Nach dem Stück saßen wir alle gemeinsam in der Klasse. Jeder hatte etwas zu Essen oder zu Trinken mitgebracht und wir feierten den Tag. Diese Projekte schweißen zusammen und wir haben die tollsten, lustigsten und liebevollsten Kinder kennengelernt. Die Zeit wollen und können wir nicht vergessen.

Wir durften viel von den Kindern, Lehrern und Lehrerinnen, den Frauen und Männern aus El Salado und unseren Gasteltern, sowie Anita, Carlos, Dianita und unseren Freunden dort lernen!


Ich hoffe sehr, dass alle gesund in El Salado bleiben und sie die Krise gut überstehen. Als wir fuhren, wurde bereits für eine Aufstockung der Vorräte gesorgt und als wir eine Freundin aus dem Dorf fragten wie es für sie weitergehe, sagte sie: „Wir werden hier oben alles bekommen, was zum Leben wichtig ist.“

von Nuria Rojas


stupor mundi e.V.

Verein zur Förderung lokaler Projekte in der Comunidad Llangahua (Ecuador) in den Bereichen Soziales, Umwelt und Bildung

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